//Livestreaming 4.0: Warum es mehr braucht als nur Bewegtbild

Livestreaming 4.0 - Titelbild

Die Absage wichtiger Leitmessen, Conventions und Events führt dazu, dass Unternehmen und Veranstalter ihre Produktneuheiten, Themen und Inhalte auf digitalem Wege vorstellen, häufig via Livestreaming. Viele setzen dabei auf Streaming, um das Live-Erlebnis nachhause oder in die Redaktion zu transportieren. Wer das Netz als Ort für Pressekonferenzen, Weltpremieren und Live-Auftritte nutzen möchte, muss jedoch mehr bieten als nur die schiere Übertragung des Bewegtbilds. Das gilt besonders für spezielle und anspruchsvolle Zielgruppen wie Medien, Investoren und allgemein für die B2B-Kommunikation.

Die Absage kam sehr kurzfristig. Nur zwei Tage vor dem ersten Pressetag teilten die Organisatoren des Genfer Automobil-Salons mit, dass eine der wichtigsten Messen der Branche nicht stattfinden wird. Viele Autohersteller verlagerten infolgedessen ihre Produktvorstellungen und Weltpremieren ins Netz. Via Livestream präsentierten sie die neuesten Modelle.

Gestiegene Ansprüche

Grundsätzlich sind Livestream-Formate eine gute Möglichkeit, um Medien und anderen Stakeholdern Inhalte und Informationen zu liefern, die sie sich nicht direkt vor Ort einholen können. Aber allein mit etwas Bewegtbild und dem Einblenden von Präsentationscharts wird man den Ansprüchen einer modernen digitalen PR und Kommunikation längst nicht mehr gerecht. Die Informationsqualität, das Informationserlebnis und der wahrnehmungsprägende Rahmen müssen genau stimmen – genau wie bei physischen Events auch.

Faustregel: Eine digitale Premiere muss nicht zwingend teuer und aufwendig sein. Sie kann aber nur dann wirkungsvoll sein, wenn man ihr genau so viel Aufmerksamkeit entgegenbringt, wie einer klassischen Premiere. Und das gilt für die Vorbereitung, den Content, die Content-Orchestrierung, die Protagonisten und die „Informationslogistik“. Nur eine echte digitale Experience, kann an eine Experience vor Ort herankommen – das schiere Übertragen von Bildern sicherlich nicht. 

Eine digitale Premiere muss nicht zwingend teuer und aufwendig sein.

Diversity is King

Ein modernes und leistungsfähiges Tool für Live-PR bietet professionellen Nutzern weiterführende und vertiefende Informationen in den unterschiedlichsten Formen und Formaten. Und es setzt diese in einen inhaltlichen Kontext – auf der eigenen Plattform, in der eigenen Umgebung, multimedial und in Top-Qualität. Dazu kommen Download- und Magazinbereiche, hochwertige Fotos von Protagonisten und Produkten, Filmsequenzen, aufbereitete Zitate (oder ganze O-Töne aus Transkripten) sowie detaillierte Factsheets.

Die Diversität des Contents bietet nicht nur eine ideale Arbeitsgrundlage, sondern berücksichtigt auch die native Einbindung der Inhalte auf den jeweiligen Kommunikationskanälen der Stakeholder.

UX is Queen

Neben den inhaltlichen Aspekten überzeugen moderne PR-Plattformen durch eine intuitive und stringente Bedienoberfläche. Entscheidend ist dabei ein responsives Erlebnis – ganz unabhängig davon, ob die Nutzer mit einem stationären oder mobilen Endgerät auf die Plattform zugreifen.

Ebenfalls wichtig sind interaktive Elemente. Gibt es die Möglichkeit, individuelle Untertitel im Livestream einzublenden? Existiert eine weiterführende Informationsebene, über die Nutzer mehr über das Produkt und den Entstehungsprozess erfahren?

Weitere Usability-Kriterien sind: Mehrfach-Perspektiven im Livestream, Such- und Filterfunktionen sowie die Möglichkeit, Inhalte einfach per Share-Button auf weitere digitale Plattformen zu verlängern.

Best Practice: Mercedes me media

Ein modernes PR-Tool für Livekommunikation gleicht einem digitalen Content-Hub. Während man als klassischer Messebesucher selbst Notizen anfertigt, Fotos schießt und weiterführende Informationen recherchiert, ist der Content-Hub ein Anlaufort, an dem alle diese Materialien gebündelt angeboten werden.

Ein modernes PR-Tool für Livekommunikation gleicht einem digitalen Content-Hub.

Ein Musterbeispiel ist „Mercedes me media“: Die von Mercedes-Benz, Oliver Schrott Kommunikation GmbH und deren Tech- und Digitaltochter OSK Berlin in enger Zusammenarbeit entwickelte Plattform, ist das derzeit leistungsfähigste Tool für Live-PR. Die Anwendung bietet Journalisten und anderen Usern ein komplettes Service-Paket – vom Transkript bis zu einer Capture-Funktion zum Erzeugen druckfähiger Bilder – und holt sie trotz räumlicher Trennung, direkt und authentisch ins Geschehen. Während einige Hersteller nach der Absage des Genfer Automobil-Salons lediglich vorproduzierte Video-Konserven online stellten, realisierte Mercedes-Benz über „Mercedes me media“ eine digitale Live-Pressekonferenz mit Einspielern, Interviewsequenzen und nicht zuletzt einer Produkt-Präsentation.

Aber auch jenseits von Corona-Virus und Genf nutzt Mercedes-Benz die technologischen Möglichkeiten der innovativen Kommunikationsplattform. Anfang Dezember letzten Jahres präsentierte der Premiumhersteller auf „Mercedes me media“ zum ersten Mal den neuen GLA bei einer rein digitalen Weltpremiere. Nutzer hatten hier die Möglichkeit zwischen verschiedenen Videoperspektiven zu wechseln, Fotos vom Livestream zu schießen sowie das komplette Redemanuskript einzublenden.

Die erste digitale Weltpremiere von Mercedes-Benz auf „Mercedes me media“ unterstreicht die digitale Transformation des Unternehmens einerseits und andererseits die vielen Potenziale, die die Plattform für moderne Pressekommunikation bereithält.

// Über den Autor

Rafael Bolte ist seit rund 20 Jahren in verschieden Positionen bei OSK tätig. Nach Stationen in unserem Event-Team wechselte Rafael in die Beratung des Kunden Mercedes-Benz, wo er die Bereiche Blogger Relations und Social Media mit aufgebaut hat und zeitweise die Lifestyle- und Design-Kommunikation betreute. Mittlerweile leitet Rafael seit fast zwei Jahren den OSK Digital-Standort in Berlin. Außerdem ist er in Köln mit einem Account-Team zuständig für die Betreuung verschiedener Kunden.
Rafael ist verheiratet und hat drei Kinder, die er gerne mit dem Fahrrad mit zum Joggen nimmt. An zwei bis drei Tagen die Woche tauscht er das Familienleben, gegen das Berliner Gastro-Angebot.

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