Galt LinkedIn vor einigen Jahren noch als Kanal für eher ältere Generationen, hat sich das Netzwerk mittlerweile auch für die Gen Z zum wichtigen Kommunikationskanal entwickelt. Wir erklären für den Kommunikations-Nachwuchs, was es auf LinkedIn zu beachten gilt. Außerdem erläutern wir für Unternehmen, wie sie sich positionieren sollten, um für „Zoomer“ interessant zu sein.

Ich persönlich bin im Studium das erste Mal mit LinkedIn in Kontakt gekommen. Vorher hatte ich für das soziale Netzwerk nicht wirklich Verwendung. Zu diesem Zeitpunkt wusste ich im Groben, was LinkedIn ist und was es kann. Was mir nicht bewusst war: Viele meiner Mitstudierenden waren bereits auf der Plattform unterwegs. Dass dies für PR-Studierende „normal“ ist, wurde mir bewusst, als uns vermehrt und regelmäßig vermittelt wurde, dass Netzwerken sehr wichtig und wesentlich ist und wir alle unsere Kontakte pflegen sollten. Aber was genau bedeutet es, berufliche Kontakte zu pflegen? Ich habe mich dazu öfter mit meinen Freundinnen aus dem Studium ausgetauscht und wir sind zu dem Schluss gekommen, dass Kontakte zu pflegen im Digitalen bedeutet, sich mit diesen auf LinkedIn zu vernetzen. Wie genau? Das ist wie so vieles im Leben wohl Learning by Doing.

Ein paar allgemeingültige Do‘s & Don’ts gibt es aber:  

OSK BLog - LinkedIn und Gen z - Dos

Dos:

  • Kurze Nachricht zum Vernetzen schreiben.
    • Du möchtest dich mit jemandem vernetzen, dem du noch nie begegnet bist, aber du denkst, dieser Kontakt bringt dir etwas. Erwähne, wie du auf die Person aufmerksam geworden bist, woher man sich kennt (wenn man sich kennt) und warum du denkst, dass ein Vernetzen sinnvoll ist.
  • Berufliches und Privates trennen
    • Du bist hier nicht auf Tinder (obwohl es auch die App BeLinked gibt 😉)
  • Ein vollständig ausgefülltes Profil
    • Auf LinkedIn bist du, um sichtbar zu sein, oder? Dann sei sichtbar! Fülle alle Kategorien im Profil aus, die du kannst, denn der Algorithmus bevorzugt diese Profile. Deine Chancen gesehen zu werden oder Jobangebote zu erhalten, erhöhen sich durch ein vollständiges Profil erheblich.
    • Sei regelmäßig aktiv und halte dein Profil aktuell.
OSK BLog - LinkedIn und Gen z - Don'ts

Don’ts:

  • Übertriebenes Selbstmarketing
    • Niemand möchte darüber lesen, für wie toll man sich selbst hält. Aber die eigenen Erfolge teilen, ist definitiv erlaubt!
  • Sich ungefiltert mit jedem vernetzen
    • Du musst nicht mit allen möglichen Leuten in Kontakt stehen. Versuche eher, dein Netzwerk nach Qualität aufzubauen, also die Leute auf dich aufmerksam machen, die dich (oder ihr euch) weiterbringen und/oder die in deinem direkten Arbeitsumfeld sind.
OSK BLog - LinkedIn und Gen z - Tipps für Unternehmen

Unternehmen auf LinkedIn

Sichtbarkeit ist wichtig. Das sollte Unternehmen im Jahr 2022 klar sein. Genauso klar sollte sein, dass Social Media ein starkes Instrument darstellt, um vor allem jüngere Generationen auf sich aufmerksam zu machen. Aber warum sollten Unternehmen auf LinkedIn unterwegs sein? Und wie sieht ein guter LinkedIn-Auftritt für Unternehmen aus Sicht des Nachwuchses aus?

// Über den Artikel

In einer Kooperation mit dem PRSH. e.V veröffentlichen Studenten des Fachs “Public Relations” an der Hochschule Hannover regelmäßig Artikel auf dem OSK Blog. Der Nachwuchs bildet die Kommunikationsprofis von Morgen, weswegen wir uns schon heute ihre Meinung zu Branchenentwicklungen, der Ausbildung und Kommunikations-Trends anhören.

Frage 1: Warum sollten Unternehmen auf LinkedIn unterwegs sein?

Antwort: LinkedIn ist unter den Top 10 der am meisten genutzten sozialen Netzwerke in Deutschland. Nach dem Statista Brand Report von LinkedIn von Februar 2022 sind 25- bis 34-Jährige die am stärksten vertretene Altersgruppe auf der Plattform (30 Prozent). Damit sind dort potenziell bereits ausgebildete und motivierte Menschen mit Berufs- und Lebenserfahrung aktiv. Aus derselben Umfrage geht hervor, dass Traditionen für LinkedIn Nutzer*innen eher unwichtig sind. Für Arbeitgeber*innen könnte dies bedeuten, dass LinkedIn Nutzer*innen nicht nur neue und frische Ideen in das Unternehmen mitbringen, sondern auch eher offen gegenüber Veränderung in der beruflichen Umgebung sind. Etwas, das grundsätzlich positiv zu betrachten ist. Aber Achtung: Sicherheit ist für 33 Prozent der Nutzer*innen ein sehr wichtiger Lebensaspekt.

LinkedIn ist für viele Unternehmen im Recruiting-Prozess eine gute Anlaufstelle, um Mitarbeiter*innen zu finden. Darüber hinaus ist das Netzwerk zu einer großen Content-Plattform geworden, die Unternehmen nutzen können, um sich zu Themen zu positionieren. Sie können dort nach außen zeigen, wer sie sind und wofür sie stehen. LinkedIn bietet also für Unternehmen eine gute Plattform, um auf sich aufmerksam zu machen und um neue Mitarbeiter*innen zu finden.

Frage 2: Wie sieht ein guter LinkedIn Auftritt für Unternehmen aus Sicht der Gen Z aus?

Was für Einzelpersonen auf LinkedIn wichtig ist, gilt auch für Unternehmen: Wer sein Profil vollständig ausfüllt, erhöht die eigene Sichtbarkeit. Die Gen Z ist eine Generation, die gerne dazulernt und nach Mehrwert in Inhalten sucht. Sie interessiert sich für das Weltgeschehen, diskutiert, ist interessiert und informiert.

Laut dem LinkedIn Marketing Blog ist für die Gen Z Weiterbildung, Erfolg und finanzielle Sicherheit besonders wichtig, sie sucht aber auch nach einem Sinn, der größer ist als sie selbst. Gleichberechtigung, Umweltschutz und Frauenrechte sind Beispiele für Themen, auf die „Zoomer“ Wert legen. Unternehmen sollten dabei allerdings darauf achten, solche Themen authentisch zu kommunizieren und bereit sein, sich dafür zu verändern. Denn Gen Z informiert sich über ihre Interessen und recherchiert auch zu diesen. Also kein „Fake It ‚‘til You Make It“, bitte. Transparenz und Authentizität sind gefragt.              

Damit Unternehmen für die Generation Z also auf LinkedIn attraktiv werden, sollten sie Mehrwerte vermitteln, um dem Informationsbedürfnis dieser Generation zu entsprechen. Sie sollten darauf achten authentisch zu sein und Themen, die dieser Generation wichtig sind, Aufmerksamkeit schenken. Die Gen Z ist eine präsente und aktive Generation und davon können Unternehmen profitieren.

// Über die Autorin

Marie Hülsmann ist 20 Jahre alt und studiert im vierten Semester Public Relations an der Hochschule Hannover. Sie ist im PRSH e.V. Mitglied des Event-Teams. In ihrer Freizeit liest sie gerne und informiert sich über aktuelle Themen.