//KW 17 – LinkedIn auf dem Weg zum Facebook-Klon?

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

LinkedIn ist derzeit als Business-Netzwerk angesagter denn je – auch für die professionelle Kommunikation von Unternehmen, Organisationen und CEOs. Der deutsche Konkurrent Xing verblasst dagegen und muss aufpassen, den Anschluss nicht zu verlieren. LinkedIn bietet mehr Möglichkeiten für Publisher und hat auch das Targeting für Anzeigen weiter verbessert. Dennoch sind nicht alle Neuerungen des amerikanischen Anbieters unumstritten. Manche sehen LinkedIn schon auf dem Weg zum Facebook-Klon. Was sich derzeit rund um LinkedIn tut, fasst unser aktueller Weekly zusammen.

Viel Spaß beim Lesen!

Bei LinkedIn darf jetzt auch geherzt werden

Bisher gab es bei LinkedIn nur zwei Äußerungsmöglichkeiten zu Posts von anderen Mitgliedern: Entweder man mochte den Post (Daumen hoch) oder man kommentierte. Das ändert sich jetzt gerade. LinkedIn bietet nun mehr Möglichkeiten, seine Stimmung zu offenbaren, und zwar in den sogenannten „Reactions“. Neben dem bekannten Like gibt es jetzt auch Celebrations, Love, Insightful und Curious. Wer denkt da nicht gleich an Facebook? Ob man in einem Businessnetzwerk andere Beiträge „herzen“ möchte, stieß bislang auf ein geteiltes Echo. Immerhin helfen die Reactions dem Verfasser eines Posts, die Stimmungslage seines Netzwerks besser einzuschätzen. Einen Dislike-Button gibt es übrigens nicht. Wem etwas nicht gefällt, der kann immer noch kommentieren.

Aufwertung für Inhalte: neues Format „Aktuell und diskutiert“

Ähnlich wie bei Facebook, lässt sich auch bei LinkedIn der Newsfeed nach „aktuell“ und „relevant“ sortieren. Und relevante Inhalte erfahren jetzt eine weitere Aufwertung: LinkedIn führt im deutschsprachigen Raum sukzessive das Nachrichtenformat „Aktuell und diskutiert“ ein. Mitglieder des Netzwerks können mit diesem Format kompakt zusammengefasst mehrere Stimmen und Perspektiven zu ausgewählten aktuellen Themen verfolgen und an den jeweiligen Diskussionen teilnehmen. „Ziel ist es, den spannendsten Diskussionen, die wir auf LinkedIn beobachten, zusätzliche Visibilität zu geben und facettenreiche Unterhaltungen weiter anzuregen“, erklärt Sara Weber, leitende Redakteurin bei LinkedIn in Deutschland. Das Format wurde zuvor bereits in anderen Ländern erprobt. Sobald das Feature zur Verfügung steht, erscheint in der Desktopversion im rechten oberen Bereich ein zusätzlicher Infokasten, in der App können Mitglieder in die Suchleiste klicken, um die aktuell diskutierten Beiträge einzusehen.

Unternehmensseite auf LinkedIn – so klappt der Start

Nicht nur Mitglieder zeigen in Businessnetzwerken Profil und Präsenz, auch für Unternehmen gibt es spezielle, kostenlose Angebote. Eine solche Seite lässt sich in LinkedIn relativ einfach legen. Es gilt, sie mit ansprechenden Grafiken und Logos zu versehen. Noch viel wichtiger allerdings: regelmäßig frischer, relevanter Content. Das bedeutet zwar etwas Zeit und Aufwand, lohnt sich aber. Content kann Text, Links oder auch Videos umfassen. Besonders beliebt bei LinkedIn ist der kostenlose Dienst SlideShare. Dort kann man seine zuvor erstellte Präsentation hochladen. In SlideShare lassen sich auch Videos, PDFs, PowerPoint-Präsentationen und Dokumente kombinieren. Auf diese Weise können B2B-Unternehmen sich als Experten auf LinkedIn präsentieren und die SlideShare-Präsentation auf ihrer Website einbetten. Diese und weitere Tipps zu Unternehmenspräsenzen gibt es im OSK-Blog.

Übrigens: Die sogenannten Fokusseiten sind eine interessante Möglichkeit, um die eigene LinkedIn-Präsenz nach Themen auszudifferenzieren, unterschiedliche Interessensgruppen anzusprechen und die Unternehmensbandbreite abzubilden. Ein Beispiel dafür ist etwa die Fokusseite „E-Mobility“ der ZF Friedrichshafen AG.

Auch der CEO sollte Präsenz zeigen

Nicht nur Unternehmen und „einfache“ Mitglieder sollten auf LinkedIn Präsenz zeigen, sondern auch ein CEO, schreibt Stephanie Tönjes in ihrem Beitrag für den PR-Report. So werden er und das Unternehmen sichtbarer, können sich als Experten positionieren und erhalten ungefilterte Reaktionen. Doch vor dem Start sollte man sich ein paar Gedanken machen: Was ist das Ziel eines solchen Auftritts? Welche Zielgruppe erreicht man dort? Ist LinkedIn der passende Kanal? Gibt es bereits andere Experten zu den angedachten Themenbereichen und wie treten sie auf? Daraus ergeben sich die ersten Anhaltspunkte: Man sollte für ein Thema wirklich brennen und sich ein bis drei Schwerpunkte zusammenstellen. Die Tonalität muss passen, denn die Führungskraft soll authentisch auftreten. Welches Medium passt am besten? Ein kurzes Statement zwischendurch, ein längerer Artikel oder ein Video? Sehr hilfreich ist hier ein Redaktionsplan, der zum Beispiel auch öffentliche Auftritte oder die Teilnahme an Kongressen erhält, woraus wieder Content für LinkedIn generiert werden kann. So lässt sich auch der Zeitaufwand für Veröffentlichungen gut einschätzen.

Das Targeting für Werbung wird genauer

Als Businessnetzwerk ist LinkedIn per se interessant für Werbetreibende. In der Regel gibt es wenig Fake-Profile und die Mitglieder halten ihre Accounts aus eigenem Antrieb aktuell. Angaben wie Unternehmen, Fachbereich/Arbeitsbereich, vorherige Arbeitgeber oder Likes und Posts stellen relevante Informationen dar. Deswegen ist es nicht verwunderlich, dass LinkedIn ein gutes Targeting bietet und dieses auch weiter ausbaut. Neu ausgerollt werden derzeit die Optionen „Lookalike Audiences“, „Audience Templates“ und „Interest Targeting“. Zu den „Lookalike Audiences“ können neben den eigenen Kontakten und Kunden ähnliche Zielgruppen identifiziert und angesprochen werden. So können Conversions steigen und Streuverluste minimieren sich. Hinter den „Audience Templates“ verbergen sich 20 vordefinierte Zielgruppen, welche Neulingen eine Werbungschaltung auf LinkedIn erleichtern. Und bei „Interest Targeting“ ist jetzt auch eine Identifikation der Zielgruppe basierend auf den Interaktionen mit Content auf der Plattform möglich. Die Interessen eines Nutzers werden zusätzlich zu seinen persönlichen Angaben anhand seiner Likes, Kommentare und eigenen Beiträge ermittelt.

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Frauke Weber hat nach ihrem Studium zunächst bei der Rheinischen Post volontiert und danach viele Jahre sowohl im Journalismus als auch in der Unternehmenskommunikation gearbeitet.

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