kw50 - kw-50 - kommunikationstrends 2017 - Titel

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Liebe Leserinnen und Leser,

2017 werden neue Kommunikationsthemen in den Fokus rücken, andere Trends verstärken sich und nehmen weiter Fahrt auf. Wir haben in unserem Newsletter erste Statements und Erwartungen von Experten aus PR, Marketing und Medien für Sie zusammengestellt. Journalist Martin Giesler hat sogar 99 Gedanken zu den Auswirkungen der sozialen Netzwerke auf den Journalismus formuliert.

Viel Spaß beim Lesen!

7 Content-Marketing-Trends für 2017

Die Ausgaben für Content Marketing sollen sich in Europa bis 2020 verdreifachen. Das geht aus einer Studie von Yahoo und Enders Analysis hervor. Damit bleibt es auch in den kommenden Jahren ein Trendthema, heißt es im Online-Magazin Basic Thinking. So würden beispielsweise Influencer in Zukunft weiterhin an Bedeutung für das Content Marketing gewinnen, da sie glaubwürdiger als Werbung erscheinen. Zudem sei die Verzahnung von Social, Blogs und Websites entscheidend für das Content Marketing der Zukunft, beispielsweise mit der Integration von Nutzern in die Content-Produktion. Technologische Trends wie VR und AR machen Content erlebbar und verändern damit die User Experience.

Facebook und Twitter wollen ins TV, Instagram wird zur Shopping-App

Soziale Medien sind ein zuverlässiges Barometer für kommende Marketingtrends, schreibt Online-Marketing-Autorin Tina Bauer. Bauer erwartet, dass sich Video-Content gegenüber anderen Formaten durchsetzen werde, insbesondere dank Live-Streaming und 360-Grad-Videos. Facebook baut sein Live-Broadcasting weiter aus und möchte, vorerst via Chromecast oder Apple TV, bald auch ins TV. Instagram werde sich noch stärker für Werbung öffnen und sich ausgiebig mit dem Thema E-Commerce auseinandersetzen, glaubt Bauer. Kürzlich wurden bereits die Shoppable Tags vorgestellt. Darüber gelangt der User direkt zum Onlineshop, in dem das getaggte Produkt verfügbar ist. Die kriselnde Microblogging-Plattform Twitter möchte ihre Position mit der Übertragung von Live-Events stärken. Gegen den Riesen Facebook zu bestehen, sei zukünftig jedoch für alle anderen Plattformen die größte Herausforderung, prophezeit Bauer.

Customer Experience zukünftig im B2B-Marketing relevanter

Die Customer Experience wird zukünftig auch im B2B-Bereich eine entscheidende Rolle einnehmen. Der aktuelle B2B Digital Trends-Report zeigt, dass vor allem die zunehmende Menge an Daten dazu beiträgt. Denn dadurch lernen die Unternehmen ihre Kunden besser kennen und können sie gezielter ansprechen. Eine Hürde sei jedoch noch die gezielte Analyse, um diese Daten auch nutzen zu können. Viele Marketer seien zudem nicht in der Lage, sich den schnell verändernden Ansprüchen und Verhaltensweisen der Kunden zeitnah anzupassen – und sind das größte Hindernis bei der Optimierung der Customer Experience.

Earned Media überholt Paid Media in der PR

PR-Profis sollten sich 2017 auf Earned Media konzentrieren, anstatt für die Platzierung ihrer Inhalte zu bezahlen, schreibt John Hall auf Forbes. Zum einen ergebe sich daraus die Möglichkeit, zuerst zu messen, welche Inhalte funktionieren, bevor man Geld investiere. Content, der bei Lesern auf Interesse stößt, könne dann mit Budget zusätzlich gepusht werden. Außerdem entwickle sich aus dieser Strategie eine natürliche Fachexpertise, die dem jeweiligen Unternehmen oder Autor mehr Glaubwürdigkeit verschaffe. Als Beispiel führt Hall an, dass es erstrebenswerter sei, aufgrund seiner Expertise als Keynote Speaker eingeladen zu werden, als für diese Rolle zu bezahlen.

Marketing: „Es wird kein einfaches Werbejahr 2017“

Das kommende Werbejahr wird schwierig. Da ist sich Susanne Gillner in ihrem Bericht zur „Supernova“ auf internetworld.de sicher. Neben der üblichen Marketing-Euphorie sei auf der Branchenmesse in London deutlich zu spüren gewesen, dass viele Marketer besorgt nach vorne blickten. Das liege unter anderem daran, dass Abläufe und Prozesse immer technischer würden. Quantcast-CEO Konrad Feldman sagte zwar, wir lebten im „goldenen Zeitalter der Technologie“. Erläuterte dann jedoch, dass die meisten Werbeanzeigen, die User eingeblendet bekämen, dennoch schlichtweg irrelevant seien. Feldman konstatierte: „Es gibt noch viel zu tun.“ Für Rune Mortensen von Basis Research steht 2017 daher auch in engem Zusammenhang mit der Customer Journey der Kunden. Den Weg zum Kauf müssten Marketer gesamtheitlicher ins Visier nehmen, um frühzeitig Interaktion und Engagement mit der Marke aufzubauen und diese später in direkte Sales umwandeln zu können.

 

Für weitere Einschätzungen zu den Kommunikationstrends 2017 haben wir ein paar Statements von Experten eingeholt:

David Korte, Director Planning bei OSK: “Im kommenden Jahr wird die Technisierung der Branche weiter voranschreiten. Insbesondere Technologien aus den Bereichen Big Data und Chatbots bieten vielfältige Möglichkeiten, die 2017 zunehmend zur Anwendung kommen werden. Erfolgskritischer Faktor wird sein, den Nutzern am Ende einen echten Mehrwert bieten zu können. So ist es wichtig, Nutzer – trotz Technisierung – weiterhin als Menschen wahrzunehmen. Kommunikation, der diese Menschlichkeit fehlt, ist nicht authentisch und zum Scheitern verurteilt.”

Dr. Holger Schmidt, Journalist und Digital-Experte: “Die spannendste Frage für mich: Schaffen Chatbots 2017 den Durchbruch? Daran hängt viel. Facebook, WhatsApp oder Apple werden noch mächtiger. Die Abhängigkeit von den großen Plattformen steigt weiter. Die zweite interessante Frage: Alle investieren in Content Marketing. Erreichen wir eine Sättigungsgrenze, weil die Aufnahmekapazität der Konsumenten irgendwann erschöpft ist? Und die dritte Frage: Werden sich 2017 mehr Verbraucher darauf besinnen, dass guter Journalismus, der Fakten prüft und ,Postfaktisches‘ entlarvt, auch Geld kostet?”

Stephan Dörner, Chefredakteur t3n.de: “Die Zutaten für die kommende Ära des Internets können schon heute erahnt werden: Deutlich schnelleres, überall verfügbares Netz, weitere Fortschritte bei der künstlichen Intelligenz, eine noch stärkere Durchdringung mit Smartphones weltweit und immer größere Rechenkapazitäten, die dank Breitband-Internet überall verfügbar sein werden. Wer diese Zutaten nimmt und daraus etwas baut, was für Menschen oder Unternehmen von Nutzen ist, hat gute Chancen, die nächste technische Revolution anzuführen. Vor etwa zehn Jahren wurde Facebook gegründet und prägte fortan das von Apps dominierte Netz, wie wir es heute kennen. Das nächste Facebook könnte bereits gegründet worden sein, ohne dass wir es kennen.”

Die Übersicht behalten: Mit OSK Weekly präsentieren wir einmal wöchentlich einen kompakten Überblick zu aktuellen Entwicklungen aus der Welt der Kommunikations- und Digitalbranche – mit spannenden, bemerkenswerten und wie wir finden teilenswerten Nachrichten aus den Bereichen PR, Marketing, Social Media & Co.

Über den Autor

Carsten Christian ist studierter Journalist und Kommunikationswissenschaftler, seinen Master-Abschluss hat er an der Uni Hamburg gemacht. Bevor er zur Agentur kam, war der Digital Native mehr als zwei Jahre für die Online- und Print-Ausgabe der Ruhr Nachrichten im Einsatz. Bei OSK arbeitet er als Team Lead Digital Content, auf dem Agentur-Blog schreibt Carsten über den Medienwandel und Trends im Bereich Digital-Kommunikation. Privat verfolgt er Neuigkeiten in der Videospiel- und Gaming-Szene und greift auch selbst zu Maus und Gamepad.

Dieser Artikel wurde vor mehr als einem Jahr veröffentlicht. Sein Inhalt ist möglicherweise nicht mehr aktuell.