//KW 47 – Vom Karriereportal zur Content-Plattform: LinkedIn setzt verstärkt auf eigene Inhalte

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Liebe Leserinnen und Leser,

mit über 500 Millionen Nutzern weltweit – davon gut 10 Millionen im deutschsprachigen Raum – zählt LinkedIn inzwischen zu den bedeutendsten Social-Media-Netzwerken. Es hat sich – von manchen Unternehmen immer unentdeckt – von einer reinen Karriereseite zu einer Content- und Publishing-Plattform entwickelt. Insbesondere für die B2B-Kommunikation und für Social Selling bietet LinkedIn viele Möglichkeiten, um mit Meinungsführern, Multiplikatoren und potenziellen Kunden in Kontakt zu treten. Dass dies auf internationaler Ebene funktioniert, ist einer der wichtigsten Unterschiede zum Konkurrenten Xing. Im aktuellen Newsletter erklären wir heute, wie Marken LinkedIn für ihre Content-Strategie nutzen können.

Viel Spaß beim Lesen!

LinkedIn eignet sich als Distributions-Plattform

LinkedIn hat sich längst von einer reinen Karriereplattform zum Content Hub weiterentwickelt. Marken veröffentlichen immer häufiger Inhalte, um interessierte Nutzer und Kunden zu erreichen. Mit seiner riesigen Nutzergruppe aus rund 200 Ländern bietet LinkedIn gute Möglichkeiten, um die eigenen Themen in einem seriösen Umfeld zu präsentieren und gezielt zu adressieren. Forbes hat dazu einige Content-Tipps zusammengestellt. So heißt es im Artikel unter anderem, dass User Artikel eher unter ihrem eigenen Namen veröffentlichen sollten als unter dem Marken-Profil. Denn LinkedIn sei eine „Person-to-Person“-Plattform. Menschen folgen lieber anderen Menschen als Unternehmen. In diesem Zusammenhang sei es sinnvoll, Mitarbeiter zu ermutigen, über ihr eigenes Profil Artikel zu posten und dadurch Themen zu besetzen.

Als LinkedIn-Superstar das Unternehmen vertreten

Mitarbeiter können auf LinkedIn als Markenbotschafter für ihr Unternehmen auftreten. Über ihr Profil teilen sie Firmen-News, Stellenanzeigen, Blogartikel und mehr. Damit dieser Content von der Community jedoch überhaupt gesehen und ernst genommen wird, muss das individuelle Mitarbeiterprofil einige Anforderungen erfüllen. Entrepreneur zeigt in einer Infografik Schritt für Schritt, welche Angaben ein aussagekräftiges LinkedIn-Profil beinhalten sollte. Neben einem guten Profilfoto sowie detaillierten Angaben zum Karriereverlauf und dem aktuellen Arbeitgeber wird dazu geraten, regelmäßig Content zu veröffentlichen und relevanten Gruppen beizutreten. Wichtig sei vor allem, das Profil auf dem neuesten Stand zu halten, sich aktiv auf LinkedIn zu beteiligen und mit anderen Nutzern nicht nur zu vernetzen, sondern auszutauschen.

LinkedIn-Werbung Schritt für Schritt erklärt

Eine klare Business-Fokussierung, viele Nutzerdaten und tief gehende Werbemöglichkeiten: LinkedIn eignet sich auch für Werbung. Deswegen rät Hootsuite, das Netzwerk in die eigene Werbestrategie einzubeziehen. Gesteuert werden Ads über den Campaign Manager. Am schnellsten und einfachsten sind reine Textanzeigen zu erstellen, mit denen Unternehmen beispielsweise ihr LinkedIn-Profil oder die Website bewerben. Dazu legt man im Campaign Manager das Budget fest und wählt die Zielgruppen aus. Auch die Erfolgskontrolle der Kampagne läuft über das Tool. Hootsuite erklärt in einer Anleitung Schritt für Schritt, wie die Anzeigenerstellung funktioniert. Unser Hinweis: Wer sich mit Facebook Ads auskennt, wird mit LinkedIn-Werbung schnell zurechtkommen. Allerdings sind die Anzeigen nicht günstig. Die Kosten können zwischen zwei und fünf Dollar pro Klick liegen, abhängig von Zielen und Wettbewerbsumfeld.

Welches Netzwerk ist besser?

In Deutschland stellt sich bei Business-Netzwerken eine Frage: LinkedIn oder Xing? Der deutsche LinkedIn-Konkurrent hat rund zwölf Millionen Mitglieder. Auch bei der Relevanz liegt Xing in Deutschland vor LinkedIn, schreibt Autorin Ute Blindert auf welt.de. Ganz anders in Österreich und der Schweiz: Dort habe LinkedIn bereits die Nase vorn. Nutzer, die in globalen Konzernen und einem internationalen Umfeld arbeiten, seien bei LinkedIn eindeutig besser aufgehoben. Bleibt also die eingangs gestellte Frage lediglich für deutsche Nutzer bestehen. Beide Networks benötigen Pflegeaufwand, beide bieten in der kostenlosen Basisversion nur eingeschränkte Nutzungsmöglichkeiten. Dennoch müssten Nutzer nicht sofort eine Entweder-oder-Entscheidung treffen. Aus Sicht der Autorin lohnt es sich, zweigleisig zu fahren, um alle Chancen zu nutzen.

Video-Content soll die Verweildauer erhöhen

LinkedIn wird zukünftig verstärkt auf Bewegtbild setzen und will eigenen Video-Content erstellen und publizieren. Das Netzwerk versuche damit, sich von seiner Rolle als reine Networking-Plattform zu lösen, erklärt Business-Insider-Autor Kevin Tran. Video-Content könnte LinkedIn dabei helfen, Nutzer zu halten und neue zu gewinnen. Denn die durchschnittliche Verweildauer von zwei Minuten pro Tag sei deutlich geringer als zum Beispiel auf Snapchat oder Facebook. Bewegtbild-Inhalte könnten dafür sorgen, dass User über die Jobsuche hinaus im Netzwerk aktiv bleiben. Zudem würde LinkedIn mit vorgeschalteter Werbung eine Einnahmequelle hinzugewinnen.

Mit einem optimierten Profil Talente gewinnen

Ein aussagekräftiges LinkedIn-Profil hilft Unternehmen, Mitarbeiter zu finden, die zur eigenen Kultur und Marke passen. Wie Saige Driver auf Business News Daily schreibt, ist LinkedIn für Unternehmen ein Raum, um Auskunft über die eigenen Werte zu geben. Durch längere Beiträge, Fotogalerien, Videos, Stellenanzeigen sowie Mitarbeiter-Informationen bekommen interessierte Nutzer einen Eindruck der Marke. Ein Tipp der Autorin: LinkedIn-Gruppen zu spezifischen Themenfeldern seien besonders effektiv, um die Unternehmensseite zu promoten. Sie seien hilfreich, um sich als „Thought Leader“ zu etablieren und User auf das eigene Profil zu lenken. Nach der User-Akquise sei es wichtig, Content mit Mehrwert für die Follower zu erstellen. Nur werbliche Inhalte zu teilen, sei ein Fehler. Vielmehr solle man sich überlegen, was man selbst gerne im Feed sehen würde: Content, der hilfreich und nützlich ist.

Dieser Artikel wurde vor mehr als einem Jahr veröffentlicht. Sein Inhalt ist möglicherweise nicht mehr aktuell.

Online-Redakteur

Carsten Christian ist studierter Journalist und Kommunikationswissenschaftler, seinen Master-Abschluss hat er an der Uni Hamburg gemacht. Bevor er zur Agentur kam, war der Digital Native mehr als zwei Jahre für die Online- und Print-Ausgabe der Ruhr Nachrichten im Einsatz. Bei OSK arbeitet er als Online- und Social-Media-Redakteur, auf dem Agentur-Blog schreibt Carsten über den Medienwandel und Trends im Bereich Mobile und (Online-)Video. Privat verfolgt er Neuigkeiten in der Videospiel- und Gaming-Szene, schaut gerne Let's-Plays auf YouTube und greift auch selbst zu Maus und Gamepad.

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