//Fünf Insights der CES 2020 von Tech-Expertin Katie Linendoll

CES 2020 - Katie Linendoll

Katie Linendoll – Tech-Expertin, Journalistin, Speakerin und Emmy-Award-Gewinnerin – einen exklusiven Einblick in ihre persönlichen CES-Highlights gewährt. Als erfahrener CES-Profi kennt sie die Topthemen und Entwicklungen, die Sie auf keinen Fall verpassen dürfen.

Twitter: @KatieLinendoll
Instagram: katielinendoll

Für echte Techies ist die Consumer Electronics Show (CES) eine der am sehnlichsten erwarteten Veranstaltungen des Jahres. Geschätzt 175.000 Tech-Experten und -Fans kamen nach Las Vegas, um dort exklusiv einige der neuesten und besten Technologien zu bestaunen. Jede CES hat ihre eigenen Themenschwerpunkte. Dieses Jahr waren 5G, künstliche Intelligenz und 8K-Fernseher besonders präsent. Doch was sind „Geheimtipp“-Enthüllungen der Tech-Branche, von denen Sie bisher vielleicht noch nichts gehört haben? Hier ein paar interessante Entwicklungen:

1. Mercedes und Avatar präsentieren ein Concept Car – 130 Jahre in die Zukunft

Die Präsenz der Automobilindustrie und -technologie wächst auf der CES beständig. Eine der größten Ankündigungen in diesem Jahr war die Partnerschaft zwischen Mercedes-Benz und Avatar. Um die Transparenz zu wahren: Ich hatte das Vergnügen, im zweiten Jahr mit Mercedes-Benz auf der CES zu arbeiten und die Gesprächsrunden der Führungskräfte zu moderieren. Vielleicht bin ich deswegen ein bisschen voreingenommen, aber der Vision AVTR, ein Konzeptfahrzeug, das Technologie, Natur und menschliche Erfahrung vereint, hat bei der CES für viel Aufsehen gesorgt.

Das Fahrzeug „erwacht“, sobald man seine Hand auf die Mittelkonsole legt, woraufhin es sich mit dem Herzschlag des Fahrers synchronisiert. Am Heck angebrachte bionische Klappen zeigen die Stimmung des Fahrers und sammeln Solarenergie. Der Wagen fährt sogar seitwärts! Der Vision AVTR ist nicht nur futuristisch, sondern auch nachhaltig und zeigt, dass Mercedes-Benz in der Branche zukunftsfähig ist. Das Unternehmen stand im Mittelpunkt der Messe – und das zu Recht!

Bild: Oliver Schwarz / Mercedes-Benz

2. Streaming-Dienste wachsen weiter

Von etablierten Anbietern wie Netflix und Hulu bis hin zu Newcomern wie Apple TV+ und Disney+ ist der Streaming-Markt ein überlaufener, aber dennoch wachsender Bereich. Ein Newcomer, der auf der CES für Furore sorgte, ist Quibi, eine neue Plattform, die Episoden von maximal zehn Minuten zeigt. Quibi wird von Meg Whitman (ehemalige CEO bei HP) und Jeffrey Katzenberg (Mitbegründer von DreamWorks) geleitet und startet im April mit zwei Abonnement-Optionen ab 4,99 US-Dollar. Nach Angaben von Bloomberg Intelligence beträgt allein das Content-Budget von Quibi rund eine Milliarde Dollar.

Bild: Disney+

3. Personalisiertes Make-up

Die Beauty-Industrie wird aktuell auf über 500 Billionen Dollar geschätzt, Tendenz steigend. Durch Blogger, Apps und Gadgets wächst auch ihre Präsenz in der Tech-Branche und wir haben dieses Jahr mehr Beauty-Tech-Produkte auf der CES gesehen als jemals zuvor. L’Oréal hat bereits in den letzten Jahren für Aufsehen gesorgt und kündigte nun Perso an – ein Gerät für zu Hause, das individuelles Make-up und Hautpflege kreiert. Das Gerät arbeitet auf Basis einer App, welche die Frontkamera des Smartphones zur Hautanalyse einsetzt.

Nutzer können dann aus einer Reihe von Farbnuancen wählen oder sogar einen beliebigen Ton aus den Daily Trends auf Instagram übernehmen. Sobald eine Farbauswahl getroffen und virtuell via Augmented Reality auf das Gesicht projiziert wurde, sind nur noch wenige Klicks nötig und das Gerät beginnt mit der Ausgabe persönlicher Hautpflege, Liquid Lipsticks oder einer Make-up-Foundation nach Bedarf. Mein persönlicher Test vor Ort macht Perso zu einem meiner Top-Picks der CES.

4. Wird Virtual Reality Mainstream?

Die Möglichkeiten von Virtual Reality haben mich seit den „Kinderschuhen“ der Technologie begeistert. Trotzdem scheint es so, als hätte sich die Technologie nie ganz durchgesetzt. Auf der CES gab es wieder einmal jede Menge Virtual-Reality- und Augmented-Reality-Geräte. Eine Besonderheit war das VR-Headset von Panasonic, das einen neuen Ansatz verfolgt. Der für VR sonst oft typisch klobige „Helm“ wurde als tragbare Brille neu gedacht. Panasonic hat es geschafft, für jedes Auge jeweils einen 1,3-OLED-Bildschirm an der Brille anzubringen, der optisch trotzdem noch in die schlanke Form passt.

Bild: Panasonic

5. Kein Toilettenpapier mehr? Ein Roboter bringt die neue Rolle!

Es ist mein zwölftes Jahr auf der CES und obwohl ich dachte, dass mich inzwischen nicht mehr viel überraschen kann, war ich sehr amüsiert, als ich Charmins RollBot sah – ein Roboter, der einem eine neue Rolle Toilettenpapier liefert. Obwohl es nur ein Konzept ist, sorgte er für jede Menge Lacher und ist ein gutes Beispiel für die „einzigartigeren“ Technologien, die jedes Jahr auf der CES für große Begeisterung sorgen.

Bild: Charmin

Fazit

Selbst wer kein Tech-Begeisterter ist, hat gemerkt, dass die CES überall Thema war. Bei über 4.500 Unternehmen vor Ort und Tausenden Teilnehmern, die in den letzten Tagen alle auf Hochtouren liefen, bin ich mir sicher, dass viele Techies eine kleine Pause brauchen. Und, wie erwartet, gibt es selbst dafür ein smartes Kissen.

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