//“Wir dürfen Inhalte nicht umsonst hergeben” – Marten Blankesteijn zur Zukunft des Journalismus

Marten Blankesteijn, founder blendle.com, Utrecht, Netherlands, 26-8-2015Marten Blankesteijn hat nicht viel Zeit für das Interview, maximal dreißig Minuten, dann müsse er leider weiter, nuschelt er ins Telefon. Kein Wunder, schließlich hat der 28-Jährige viel vor: Mit seinem Start-up Blendle will er nicht weniger als den „weltbesten Journalismus für alle zugänglich machen“. Und nebenbei beweisen, dass sich mit Journalismus online Geld verdienen lässt. Im OSK-Interview spricht Marten Blankesteijn darüber, wie kostenpflichtige Inhalte im Netz erfolgreich sein können und wieso ein Magazin, das er veröffentlichen würde, nur acht Seiten hätte. Continue reading

//“Facebook und Google wissen mehr über unsere Leser als wir selbst” – Jeff Jarvis zur Zukunft des Journalismus

Jeff Jarvis Artikelbild_00Ortstermin an der City University of New York (CUNY): Wir treffen Journalismus-Professor und Bestseller-Autor Jeff Jarvis. Er teilt seine Sicht der Dinge nicht nur als Online-Instanz auf Twitter, Facebook und auf seinem Blog BuzzMachine mit, sondern gerne auch im persönlichen Gespräch. Die Zukunft des Journalismus ist sein Lieblingsthema; seine Haltung dazu wird schnell klar: News und gute Geschichten werden im Internet gemacht – und verkauft. Journalisten, so erklärt der 61-jährige Direktor des Tow-Knight Center for Entrepreneurial Journalism im OSK-Interview, müssen heute auch Unternehmer sein. Und weil wir uns lange mit dem Experten unterhalten haben, gibt es in dieser speziellen Ausgabe von “Zukunft des Journalismus” auch ein Video, in dem Jeff Jarvis weitere spannende Aussagen zur Entwicklung der Branche trifft.

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//“Wer sich nicht unterscheidet, landet auf dem Content-Friedhof” – Uwe Vorkötter zur Zukunft des Journalismus

© Thomas Fedra/HORIZONTSeine heimliche Schwäche ist Schokolade. „In großen Mengen“, erklärte Uwe Vorkötter 2014 in einem Interview mit turi2. Im selben Beitrag antwortete er auf die Frage, welche Aussagen er zum Ende seines Lebens nicht hören möchte mit „Ich weiß nicht, was ich nicht hören will. Aber wenn man dann sagt: Er war ein ganz ordentlicher Profi, dann würde mir das reichen.“ Ziemlich bescheiden, schließlich ist Vorkötter heute Chefredakteur der HORIZONT-Medien Print und Online. Studiert und promoviert hat der 61-Jährige in Bochum und Tübingen – Volkswirtschaftslehre. Journalistisch ging es für ihn als Wirtschaftsredakteur bei der Stuttgarter Zeitung los, wo er später auch das Ressort leitete. Ab 1995 war der Journalist dann Chefredakteur des Blattes. Es folgten weitere Chefredakteurs-Posten bei der Berliner Zeitung und der Frankfurter Rundschau. 2014 kam dann der Wechsel zu HORIZONT, eine der renommiertesten deutschsprachen Publikationen zu Marketing, Werbung und Medien. Während seiner Arbeit in den verschiedenen Medienhäusern sowie für HORIZONT erlebte Vorkötter den Wandel des Journalismus Schritt für Schritt mit. Expertenwissen, das er im OSK-Interview teilt. So sei es für Journalisten heutzutage entscheidend, eine Haltung zu haben und zu zeigen. Nur das mache die eigenen Inhalte unterscheidbar, wie Uwe Vorkötter im Gespräch erklärt. Außerdem geht er darauf ein, wie wichtig eine klare Definition der Zielgruppe dafür ist, mit seinem Produkt Geld zu verdienen.

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//“Der Text-Roboter wird zum Kollegen” – Dr. Christoph Kucklick zur Zukunft des Journalismus

Christoph Kucklick_kleinSeine Beziehung zur Digitalisierung beschrieb Dr. Christoph Kucklick in einem taz-Interview einmal so: „Ich bin endlos fasziniert – und endlos erschrocken.“ Denn auf der einen Seite, so beschreibt es der Chefredakteur des Reportagemagazins Geo, würde sich durch die technischen Entwicklungen vieles im Leben der Menschen verbessern. Andererseits erschrecke er darüber, wie sehr die Digitalisierung die Gesellschaft überfordere und vor den vielen derzeit noch unlösbaren Fragen, die sie aufwerfe. Wie der digitale Wandel sich auf den Journalismus und damit natürlich auf die Gesellschaft als Ganzes auswirkt, erzählt der Journalist im OSK-Interview zur Zukunft des Journalismus.

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//„Hoffen und Wünschen ist nicht genug“ – Madhav Chinnappa zur Zukunft des Journalismus

MC picture kleinWann Google News gegründet wurde? Madhav Chinnappa weiß es selbst nicht ganz genau. Daraus macht der Head of Strategic Relations, News and Publishers im Gespräch mit OSK keinen Hehl. „Moment, ich google es“, sagt Chinnappa und lacht. Dann entschuldigt er sich freundlich. Seine Expertise macht den 44-Jährigen interessant, die ungekünstelte Art zu sprechen sympathisch. Und dass es Google News im Entwicklungsstadium seit 2002, final seit 2006 gibt, lässt sich ja schnell recherchieren. Schließlich gehört die Seite, ungehindert der Kritik in puncto Leistungsschutzrecht, zu den innovativsten unserer Zeit.

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//„Der Durchschnitt wird unter Druck geraten“ – Sebastian Turner zur Zukunft des Journalismus

sebastian-turner-kleinUnternehmer, Gründer des medium magazins, ehemaliger Oberbürgermeisterkandidat von Stuttgart – das alles sind Stationen im Leben von Sebastian Turner. Er ist es auch, der hinter der Wiederbelebung des bekannten FAZ-Claims „Dahinter steckt immer ein kluger Kopf“ steht. Seit Anfang 2014 ist Turner Gesellschafter und – neben ZEIT-Chefredakteur Giovanni di Lorenzo – Herausgeber des Tagesspiegel in Berlin. Der 49-Jährige erwarb zum 1. Januar 2014 zwanzig Prozent der Gesellschaftsanteile an der Tagesspiegel-Gruppe (GMZ) und ist nun Teil des hart umkämpften Berliner Tageszeitungsmarkts. Eine Herausforderung für Turner, denn die Auflagen der Berliner Blätter sinken seit Jahren, dazu kommt das „vergleichsweise niedrige Haushaltseinkommen der Hauptstädter“, wie Spiegel Online schreibt. Turner erkannte, dass der Tagesspiegel ein erweitertes Konzept braucht: „Durch die Digitalisierung haben die Leser alles ständig verfügbar. Da braucht uns am Ende kein Mensch mehr, wenn wir nichts Eigenes und Besonderes bieten.“ Das Vorhaben: Der Tagesspiegel soll den beiden großen Premium-Entscheidergruppen in der Hauptstadt, der Bundespolitik und den bundesweiten Meinungsbildnern, mehr bieten. Ein Konzept, das aufzugehen scheint. Der Tagesspiegel ist laut Turner erstmals die auflagenstärkste Qualitätszeitung in Berlin und gewinnt deutlich an Reichweite. Im OSK-Interview zur Zukunft des Journalismus zeigt sich, dass er immer noch derselben Meinung ist, wenn es darum geht, dass Medien sich der Schnelllebigkeit des Netzes anpassen müssen: „Durchsetzen wird sich das Schnelle und das Gute, unter Druck kommt das Langsame und das Durchschnittliche.“ Außerdem geht Sebastian Turner auf die Rolle ein, die der Fortschritt der Technik zukünftig für Redakteure spielen wird.

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//„Das Smartphone muss der beste Freund des Journalisten werden“ – Henrik Neumann zur Zukunft des Journalismus

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© Marten Berg„Bespuckt, beschimpft, beleidigt“ – so beschreibt Henrik Neumann seine Erfahrungen, die er während seiner Arbeit für DIE WELT als Video-Journalist gesammelt hat. Oft sei er auf Widerstand gestoßen, von Menschen, denen seine hintergründige Berichterstattung nicht passte. Passiert ist das dem Redakteur seit seinem Start bei DIE WELT im Januar 2014 häufig genug. Doch gerade bei Geschichten, die sich wirklich lohnen, sei er bisher immer auf Gegenwehr gestoßen. Dies habe ihm gezeigt, dass er auf der richtigen Spur sei. „Manchmal muss es weh tun, bis Menschen dir erzählen, was ihnen weh tut“, so der Journalist.

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//„Öffnet die Küchen!“ – Daniel Bröckerhoff zur Zukunft des Journalismus

© : Daryl William Collins„Rausgehen und gesehen werden.“ Diesen Rat gibt Daniel Bröckerhoff jungen Kollegen, die im Journalismus Fuß fassen wollen. Denn Erfolg sei auch eine Frage von Engagement, von „Bock“, sagt der freie Journalist, Autor und Blogger. Seit April 2015 moderiert Bröckerhoff die interaktive Nachrichtensendung „heute+“. Studiert hat der Journalist in Hamburg Volkskunde. Danach gings an die RTL Journalistenschule. Seit seinem Abschluss 2009 arbeitet er als Freiberufler, war unter anderem als Autor für das Medien-Magazin „ZAPP“, als Reporter für die Sendung „Klub Konkret“ und als Regisseur bei „ZDF.reporter unterwegs“ tätig. Dabei gab es eine Zeit lang noch eine Alternative zum Journalismus: Musiker und Schauspieler. Doch der Wunsch, in die Medien zu gehen, war stärker. Schließlich nahm Bröckerhoff bereits als kleines Kind seine erste „Radiosendung“ auf seinem Kassettenrekorder auf. Ganz aufgegeben hat er die Musik aber nicht. In seiner Freizeit spielt der Wahlhamburger Samba-Percussion in einer Sambaschule.

Soziale Netzwerke sind für Daniel Bröckerhoff eine ideale Möglichkeit, um in der Masse des Angebots sichtbar zu werden, aber vor allem, um sich mit seinem Publikum auszutauschen. Diese Lust, sich mit den Nutzern auseinanderzusetzen, fehle ihm aber bei vielen Journalisten noch. Doch genau aus dieser Richtung kämen starke Impulse für Geschichten, sagt Bröckerhoff im OSK-Interview. Außerdem erklärt er, was Medienunternehmen von Google und Apple lernen können und wie wichtig es für Journalisten ist, zur Marke zu werden.

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//„Vieles wird personalisiert und geolokalisiert sein“ – Philipp Ostrop zur Zukunft des Journalismus

philipp-ostrop-klein„Es gab nie spannendere Zeiten im Journalismus als jetzt“, behauptet Philipp Ostrop (35), seit Sommer 2014 Leiter digitale Inhalte und Mitglied der Chefredaktion der Ruhr Nachrichten. Zuvor führte er bei der Tageszeitung für das Ruhrgebiet drei Jahre die Stadtredaktion Dortmund, ab 2007 hatte er einen regionalen Newsdesk aufgebaut und geleitet. Eingestiegen war Ostrop bei den Ruhr Nachrichten im Frühjahr 2003 als Redakteur in der Mantelredaktion. Erste journalistische Gehversuche unternahm er bereits während seiner Abiturzeit bei einer Lokalzeitung. Weil ihm Arbeit und Atmosphäre gut gefielen, entschied er sich nach dem Abi gegen ein Studium. Stattdessen machte er ein Praktikum bei einer TV-Produktionsfirma in Köln, für die er dann auch auf freier Basis arbeitete, bis er sein Volontariat bei den Ruhr Nachrichten antreten konnte – mit viel Glück, wie er sagt.

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//“Trends kann nur setzen, wer Bedürfnisse erkennt” – Anja Stöcker zur Zukunft des Journalismus

© Deutschlandradio Sich selbst sieht sie mehr als Digitalstrategin denn als Journalistin im streng klassischen Sinne: Anja Stöcker, seit März 2013 Redaktionschefin Online und Social Media bei DRadio Wissen in Köln, hat an vorderster Front den Relaunch nebst begleitenden Social-Media-Aktivitäten für das dritte Programm des öffentlich-rechtlichen Deutschlandradios vorangetrieben. Im Februar 2014 gingen das On-Air-Update und die neue Webseite von DRadio Wissen online. Mit prämierungswürdigem Ergebnis – in der Kategorie Webmagazin gab es dafür im September eine Lead Award-Auszeichnung. OSK hat mit Anja Stöcker über die Entwicklung des Journalismus gesprochen.

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