//“Das Niveau wird nicht besser” – Dr. Frank Zimmer zur Zukunft des Journalismus

Portrait

Technologien als potenzielle Arbeitsmittel zu begreifen und mit ihrer Hilfe einen guten Job zu machen, dafür plädiert Dr. Frank Zimmer, Redaktionsleiter des Online-Auftritts von Werben & Verkaufen. Gleichzeitig merkt er an: „Ehrlich gesagt, geht mir die quasi religiöse Überhöhung des Digitalen manchmal auf die Nerven.“ Zimmers journalistische Karriere startete bei der Rhein-Zeitung, „in der rheinland-pfälzischen Provinz“, wie er selbst sagt. „Weinköniginnen, Karneval, Kommunalpolitik, Altarweihe, das ganze Programm.“ 1998 ging der heute 49-Jährige als Web-Publisher zum Verlag form und der dort angeschlossenen Designagentur. Ein Generalisten-Job, der heute nur noch schwer vorzustellen sei und von HTML-Codierung über Bildbearbeitung, Werbetexten, Website-Konzeption bis hin zu Corporate-Publishing-Redaktion gereicht habe. Das Texten habe ihn jedoch immer am meisten fasziniert. Zimmer fasste deshalb den Plan, Werbetexter zu werden, hatte dem Journalismus schon abgeschworen. Ein Schulfreund, der Chefredakteur bei der deutschen Redaktion des Internetdienstes World Online war, holte Zimmer dann doch zurück an einen Redaktions-Schreibtisch. 2000 bewarb er sich dann bei W&V und ging nach München. Zunächst arbeitete er als Online-Redakteur des Spin-offs eMarket, danach wechselte der promovierte Historiker zu W&V Online, wurde dort Chef vom Dienst und schließlich Redaktionsleiter. „Das war nicht der schnurgerade Weg, aber ich glaube, die Agenturerfahrung ist hilfreich für jemanden, der für Werber schreibt“, meint Zimmer zu seinem Werdegang. Die ersten Erfahrungen mit Social Media habe er bei World Online gesammelt, wo er regelmäßig mit Lesern chattete: „Das fand ich faszinierend.“ Bei form lag der Fokus auf Fachinformationen für Designer, der Kontakt zum Leser sei auch dort sehr eng gewesen. Und schließlich sei ein Fachmedium im Prinzip auch nichts anderes als eine Community. Im Interview spricht Dr. Frank Zimmer darüber, weshalb der Typus des „Nachrichtenjägers“ an Bedeutung verlieren wird und warum Textjournalismus aus seiner Sicht die Basis für Online-Medien bleibt.

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