//“Qualität für jeden Leser etwas anderes ist” – Sebastian Matthes zur Zukunft des Journalismus

© Frank Beer Für den Job hätte er alles liegen gelassen, sagt Sebastian Matthes. Glücklicherweise habe es damals zeitlich gut gepasst: Nach fünf Jahren als Ressortleiter Technik+Wissen bei der WiWo sei es einfach mal Zeit für einen Wechsel gewesen. „Außerdem wollte ich nicht mehr länger nur über den Medienwandel schreiben. Ich wollte ihn mit einem der innovativsten Medien der Welt selbst gestalten.“ Und so nahm Matthes die neue Stelle an, als Chefredakteur der Huffington Post Deutschland. Am 10. Oktober 2013 ging die deutsche Version der Nachrichten-Seite online. Rund sechs Monate später, im März, erreichte das Portal insgesamt 9,5 Millionen Visits – ein gutes Drittel der Zugriffe erfolgte über mobile Endgeräte. Damit schaffte die Huffington Post den Sprung unter die 15 zugriffsstärksten deutschen Nachrichtenseiten. Mobil ist für die „HuffPost“ ein wichtiger Kanal für die Reichweite. Von den 12,1 Millionen Visits im Februar 2015 kamen 5,7 Millionen von mobilen Geräten. Das Portal setzt auf einen Mix aus klassischen Nachrichten, bunten Themen und viel Meinung. Wegen des neuartigen Ansatzes von vielen zum Start mit Spannung beobachtet, gab es auf der anderen Seite Kritiker, die reißerische Überschriften und Klickanreize mit wenigen Inhalten bemängelten. Punkten kann die Huffington Post außerdem durch ihre hohe Reichweite in den sozialen Netzwerken.

Schon während seiner Zeit bei der WiWo beschäftigte sich Sebastian Matthes intensiv mit den Themen Internet und soziale Medien. Auf seinem Blog, der sich mit Wirtschaft, Medien, Technologie und Musik beschäftigt, schreibt der 37-Jährige, dass ihn besonders die Frage interessiere, wie neue Technologien unseren Alltag, die Wirtschaft und die Politik verändern. Er sei begeisterter Twitterer und freue sich über alles Neue in der Medienwelt. Die sozialen Netzwerke hat er dabei stets im Blick: „Twitter, Facebook und Instagram sind für mich Unterhaltung, Information – und ständige Begleiter.“ Nach dem Politik- und VWL-Studium an der Universität Hamburg und einem sechsmonatigen Forschungsaufenthalt in Indien studierte Matthes an der Georg-von-Holtzbrinck-Schule für Wirtschaftsjournalisten. Während dieser Zeit arbeitete er für das Handelsblatt, den Spiegel und die WiWo. Weitere Redaktions-Stationen seiner Laufbahn: der Norddeutsche Rundfunk, Financial Times Deutschland und die Neue Zürcher Zeitung, jeweils für die Online- wie auch die Print-Ausgaben. Im Interview spricht Sebastian Matthes darüber, warum eine technische Ausrichtung für Medien-Unternehmen unerlässlich wird. Außerdem geht er darauf ein, was Journalisten tun müssen, wenn sie eine große Karriere verfolgen.

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